Forschungsergebnisse der MAN Gruppe
Störgrößenkompensation:
Die Störgrößenkompensation stabilisiert den Fahrkurs durch Ausregelung von Querkrafteinflüssen (z.B. durch Seitenwind). Hierzu ist ein Eingriff in die Lenkung erforderlich. Der Kompensationsregler korrigiert die Störungen und gibt eine Gegenkraft auf das Lenksystem. Dadurch wird das Fahrzeug ohne zutun des Fahrers auf Kurs gehalten.
Das Video zeigt einen Fahrvorgang ohne (rote Linie) und mit (grüne Linie) Störgrößekompensation unter Einfluss von starkem Seitenwind.
Verkehrsleistungsassistenz:
Ziel der Verkehrsleistungsassistenz ist die Stauvermeidung und Verhinderung von Stop-and-Go-Wellen im dichten Verkehr. Mittels Datenkommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug wird der Verkehr bei der Annäherung an Störstellen optimal geführt und eine vorausschauende Fahrweise unterstützt. Dies führt zu einem flüssigeren Verkehr und damit zu einer schnelleren Auflösung von Stockungen.
Ausweichassistent:
Der Ausweichassistent unterstützt den Fahrer beim Spurwechsel und bei Ausweichvorgängen. Dazu muss die Verkehrssituation um das Fahrzeug erfasst werden (vorne, links, hinten). Der Ausweichassistent gibt folgende Hilfestellungen:
- Warnung des Fahrers, wenn er einen Spurwechsel beabsichtigt und ein Fahrzeug links neben dem LKW fährt oder sich von hinten nähert.
- eine Spurwechselempfehlung, wenn bei Annäherung an ein langsameres Fahrzeug ein Spurwechsel möglich ist.
- akustische Warnung des Fahrers beim Auffahren auf ein vorausfahrendes Fahrzeug.
- automatischen Spurwechsel, wenn der Fahrer die Spurwechselempfehlung bestätigt.
Stauassistent:
Der Stauassistent soll den Fahrer bei der Fahrzeugführung in Stausituationen unterstützen. Der Fahrer soll in eintönigen Fahrsituationen entlastet und durch Unachtsamkeit verursachte Auffahrunfälle vermieden werden. Folgende Fahraufgaben werden übernommen:
- Abstand zum Vordermann einhalten
- Halten des Fahrzeugs in der Fahrspur
- Fahreraktiviertes Anfahren
Im Video ist die Erkennung des Abstandes zu dem vorderen Lkw rot dargestellt.
Fahrumgebungserfassung:
Der Ansatz der Fahrumgebungserfassung von MAN besteht aus einer Fusion mehrerer Radarsensoren. Das Fernfeld (150m, im Video grün umrandet) nach vorne und hinten wird mit je einem 77GHz Radarsensor erfasst. Für den Nahbereich (bis 40m, im Video blau und rot angezeigt) werden 24GHz Radarsensoren eingesetzt. Die Daten zur Fahrspurerkennung (im Video flächig grün angezeigt) werden über ein Kamerasystem gewonnen.
Bei jenen Bereichen, die von mehreren Sensoren abgedeckt werden, gewinnt man verlässlichere und genauere Daten. Bereiche, die nur von einem Sensor abgedeckt werden, können von einer Objektübergabe aus den vorherigen Sichtbereichen profitieren. Dadurch wird eine lückenlose Objekterfassung möglich.
Durch Spiegelung der Sensorik auf die rechte Seite, auf die im Projekt aus Kostengründen verzichtet wurde, lässt sich ein Sicherheitskokon rund um das Fahrzeug aufbauen. Die Fahrumgebungserfassung bildet die Basis für zukünftige Assistenzfunktionen.







